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Rechner

Geomantie

Die Geomantie ist ein europäisches Punkte-Orakel: Der Fragende zeichnet vier Reihen zufälliger Punkte, aus der Parität jeder Reihe ergibt sich eine Figur, und aus vier Figuren wird ein „Schild“ mit abgeleiteten Figuren gebildet. Insgesamt gibt es sechzehn Figuren. Der Rechner unten erstellt den vollständigen Schild: vier Mütter, vier Töchter, vier Nichten, zwei Zeugen und den Richter. Legen Sie Ihre Frage fest, bevor Sie den Schild erstellen: Der Richter antwortet genau auf sie, und für eine andere Frage erstellt man einen neuen Schild.

Berechnung

Wie der Schild gebildet wird

Die Rechenschritte sind streng festgelegt, deshalb lässt sich die Geomantie vollständig programmieren.

  • Vier Mütter. Für jede zeichnet man vier Reihen Punkte; eine gerade Anzahl ergibt einen doppelten Punkt, eine ungerade einen einzelnen. So entstehen vier Figuren mit je vier Linien.
  • Vier Töchter. Sie werden „spaltenweise“ gelesen: Die ersten Linien aller vier Mütter ergeben die erste Tochter, die zweiten Linien die zweite und so weiter.
  • Vier Nichten. Jede entsteht durch Addition zweier benachbarter Figuren: Gleiche Linien ergeben einen doppelten Punkt, verschiedene einen einzelnen.
  • Zwei Zeugen. Addition der ersten beiden und der letzten beiden Nichten.
  • Der Richter. Addition der beiden Zeugen. Das ist die Antwort.

Kontrolle: Der Richter muss immer eine Figur mit einer geraden Gesamtzahl von Punkten sein. Ist das nicht der Fall, steckt irgendwo ein Additionsfehler.

Wie man die Antwort liest

Die Hauptfigur ist der Richter: Er beantwortet die Frage. Die Zeugen präzisieren: Der rechte beschreibt die Vergangenheit und das, was zur Lage geführt hat, der linke die nächste Entwicklung; in manchen Schulen ist die Reihenfolge umgekehrt, und das sollte man vorab festlegen.

Als günstig gelten Fortuna Major, Acquisitio, Laetitia, Albus und Puella. Als ungünstig: Rubeus, Cauda Draconis, Carcer, Tristitia und Amissio. Die übrigen sind gemischt oder hängen von der Frage ab: Conjunctio antwortet „ja, aber zusammen mit jemand anderem“, Via bedeutet Veränderung, Populus „je nach Umständen“, Puer ist gut für Streit und Wettkampf, aber nicht für Einigung. Fortuna Minor und Caput Draconis sind günstig, die erste jedoch nur für kurze Zeit und die zweite nur für Anfänge.

Figuren in den Häusern

Die vollständige klassische Technik verteilt zwölf Figuren des Schildes auf die zwölf astrologischen Häuser und prüft, in welchem Haus die Figur steht, die für das Thema der Frage zuständig ist. Das macht die Deutung deutlich komplizierter und setzt Kenntnis der Häuser voraus – sie werden im Bereich Astrologie erklärt.

Für die meisten Fragen genügen der Richter und die beiden Zeugen, deshalb zeigt der Rechner genau diese an und gibt den vollständigen Schild daneben aus.

Was dieser Bereich enthält

16 Figuren – Aufbau, Bedeutung, Deutung bei Fragen zu Liebe und Geld.

Herkunft der Methode

Die Geomantie kam aus der arabischen Tradition des „ʿilm ar-raml“ – der „Wissenschaft vom Sand“, in der die Figuren in den Sand gezeichnet wurden – nach Europa. Vom 12. bis zum 17. Jahrhundert war sie eine der verbreitetsten Wahrsagemethoden Europas: Mit ihr beschäftigten sich Agrippa, Robert Fludd und Girolamo Cardano.

Mathematisch ist die Methode korrekt und nach dem ersten zufälligen Schritt vollständig determiniert. Doch dieser erste Schritt ist zufällig, und damit hat das Ergebnis keine Vorhersagekraft. Interessant ist die Geomantie als historische Methode und als strenges Deutungssystem.

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