Kabbalistische Numerologie
Die kabbalistische Numerologie rechnet nur mit dem Namen und verbindet das Ergebnis mit dem Baum der Sephiroth. Der Wertebereich ist hier breiter als üblich – von 1 bis 400, nach den Buchstaben des hebräischen Alphabets.
Was ist das für eine Methode
Zugrunde liegt die Vorstellung, dass der Name eines Menschen sein Wesen trägt und die Buchstaben des Namens Zahlen und Pfaden am Baum der Sephiroth entsprechen. Das Geburtsdatum spielt bei der Berechnung überhaupt keine Rolle: Die kabbalistische Tradition betrachtet es als Umstand, nicht als Wesen.
In der europäischen Populärversion wird der Name nach einer vereinfachten Tabelle in Zahlen übertragen und auf einen Wert von 1 bis 400 reduziert, danach sucht man die Entsprechung zu einem der 22 Pfade des Baumes.
So wird von Hand gerechnet
- Man schreibt den Namen auf, mit dem der Mensch im Alltag angesprochen wird.
- Jedem Buchstaben wird nach einer Entsprechungstabelle zum hebräischen Alphabet ein Zahlenwert zugeordnet.
- Die Werte werden addiert.
- Die erhaltene Zahl wird einem Pfad am Baum der Sephiroth zugeordnet und der Großen Arkana des Tarot, die diesem Pfad entspricht.
Einen Rechner haben wir noch nicht: Die Tabellen, die das kyrillische dem hebräischen Alphabet zuordnen, unterscheiden sich von Schule zu Schule so stark, dass eine automatische Berechnung eine falsche Genauigkeit vortäuschen würde.
Grenzen der Methode
Hier sollte man gleich doppelt ehrlich sein.
Erstens ist die echte Kabbala eine komplexe religiös-philosophische Tradition und kein System zur Vorhersage nach dem Namen. Man studiert sie jahrelang, meist in einem religiösen Kontext, und numerologische Vereinfachungen verhalten sich zu ihr etwa so wie das Zeitungshoroskop zur Astronomie.
Zweitens lässt sich das kyrillische Alphabet nicht eindeutig in dieses System übertragen: Die Zahl der Buchstaben ist verschieden, die Laute stimmen nicht überein. Jede Entsprechungstabelle ist hier eine Konvention, die im 20. Jahrhundert erfunden wurde.