Aussaatkalender
Der Aussaatkalender verteilt die Gartenarbeiten nach den Mondphasen: Bei zunehmendem Mond pflanzt man, was nach oben wächst, bei abnehmendem das, was in die Erde wächst. Das ist der beständigste Teil der Mondtradition, und er hat einen praktischen Kern.
Die Phasenregel
| Phase | Was man tut |
|---|---|
| Neumond | Keine Arbeiten, der Boden darf ruhen |
| Zunehmender Mond | Oberirdische Kulturen säen: Kräuter und Blattgemüse, Kohl, Tomaten, Gurken |
| Vollmond | Ernten, Saatgut gewinnen |
| Abnehmender Mond | Wurzelgemüse pflanzen, Wurzelstöcke teilen, schneiden |
Zusätzlich teilt die Tradition die Tage nach dem Zeichen, in dem der Mond steht, in fruchtbare (Krebs, Skorpion, Fische), neutrale (Stier, Waage, Steinbock) und unfruchtbare (Widder, Löwe, Schütze). Diese Ebene erfordert Ephemeriden und wird in unserem Kalender bisher nicht berücksichtigt.
Was daran stimmt
Einen direkten Einfluss des Mondes auf die Keimfähigkeit von Samen bestätigen Studien nicht. Der Aussaatkalender hat aber einen indirekten Nutzen, den man ehrlich benennen sollte: Er gibt einen Rhythmus vor.
Gartenarbeit verlangt Regelmäßigkeit, und ein Kalender mit festgelegten Tagen hilft, keine Termine zu verpassen. Dazu kommt, dass der Mondmonat ungefähr den Abständen zwischen Düngen und Jäten entspricht – daher der Eindruck, dass der Kalender funktioniert.
Die tatsächlichen Faktoren für die Keimung sind Bodentemperatur, Feuchtigkeit, Saattiefe und Saatgutqualität. Die sollte man in erster Linie im Blick behalten.
So verwenden Sie ihn
Sehen Sie im Mondkalender die Phase für das gewünschte Datum nach oder öffnen Sie die Tabellen nach Monaten. Dann gilt die Regel: Was nach oben wächst – zunehmender Mond, was nach unten wächst – abnehmender.
Ist der Tag laut Kalender ungünstig, das Wetter aber passend, pflanzen Sie nach dem Wetter. Im Gartenbau entscheidet es mehr.